Der Beruf des Revierjägers vereint Tradition mit modernem Naturschutz und Wildmanagement. Als Schlüsselfigur im Jagdwesen sind Revierjäger für die nachhaltige Pflege und Bewirtschaftung von Wildbeständen sowie den Schutz natürlicher Lebensräume verantwortlich.
Art der Ausbildung:
Duale Ausbildung
Empfohlen mit:
Mittlere- oder Hochschulreife (Realschulabschluss oder Abitur)
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Gehalt:
1. Jahr: 1218 €
2. Jahr: 1268 €
3. Jahr: 1314 €
Was macht ein Revierjäger (m/w/d)?
Die Aufgaben eines Revierjägers sind vielfältig und umfassen eine breite Palette von Tätigkeiten im Bereich des Wild- und Naturschutzes sowie der Jagdverwaltung. Zu den Hauptaufgaben gehört die Überwachung und Pflege des Wildbestandes im Revier. Das beinhaltet die Bestandsaufnahme und das Monitoring der Tierpopulationen, um Überpopulationen zu vermeiden und das ökologische Gleichgewicht zu erhalten. Ein Revierjäger ist auch für die Planung und Durchführung von Jagden zuständig. Hierbei geht es nicht nur um die Jagd selbst, sondern auch um die Festlegung von Jagdzeiten, die Auswahl geeigneter Jagdmethoden und die Einhaltung jagdrechtlicher Vorschriften. Darüber hinaus kümmert sich ein Revierjäger um die Pflege und den Schutz der natürlichen Lebensräume: die Instandhaltung von Wegen, die Beseitigung von Schäden durch Wildtiere, die Bekämpfung von Schädlingen sowie die Renaturierung und Wiederaufforstung von Flächen. Ein wichtiger Teil der Arbeit eines Revierjägers ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Naturschutz, wie Naturschutzbehörden, Landwirten und Jägervereinigungen. Dies erfordert gute Kommunikations- und Koordinationsfähigkeiten, um gemeinsame Ziele im Sinne des Natur- und Artenschutzes zu erreichen.
Während deiner Ausbildung lernst du …
- … die sichere Handhabung und Wartung von Jagdwaffen und anderen Ausrüstungsgegenständen.
- … die Identifikation von Spuren, Fährten und anderen Indizien zur Wildbeobachtung.
- … den Umgang mit verschiedenen Interessengruppen wie Landbesitzern, Naturschutzorganisationen und Jägerschaft.
Inhalt der Ausbildung
Schulische Ausbildung:
Ein zentraler Aspekt des schulischen Teils der Ausbildung sind die Spezialfächer, die ein breites Spektrum abdecken, das für die Ausübung des Berufs erforderlich ist. In dem Fach Wildbiologie und -ökologie erlernen angehende Revierjäger das Verständnis für die Lebensweise, das Verhalten und die Bedürfnisse verschiedener Wildtierarten. Dazu gehört auch die ökologische Rolle der Tiere in ihren Lebensräumen und die Wechselwirkungen zwischen den Arten. Kenntnisse über die gesetzlichen Bestimmungen der Jagd, Jagdzeiten, Jagdmethoden und ethische Grundsätze sind essenziell. Das Fach Jagdrecht und Jagdethik vermittelt das Verständnis für die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen Jagdaktivitäten durchgeführt werden dürfen, sowie die Verantwortung gegenüber der Tierwelt und der Umwelt. In Waffenkunde und -sicherheit werden angehende Revierjäger in der sicheren Handhabung und Wartung von Jagdwaffen geschult. Dazu gehört auch das Verständnis für verschiedene Waffentypen, Munitionsarten und Sicherheitsprotokolle im Umgang mit Schusswaffen. Das Fach Naturschutz und Biotoppflege vermittelt die Grundlagen des Naturschutzes sowie Methoden zur Pflege und Erhaltung natürlicher Lebensräume. Angehende Revierjäger lernen, wie sie zur Erhaltung der Biodiversität beitragen und die ökologische Balance in ihrem Revier bewahren können. Die Identifikation und Interpretation von Spuren, Fährten und anderen Indizien spielen eine entscheidende Rolle bei der Wildbeobachtung und -verfolgung. Darum steht auch das Fach Spurenlesen und Fährtenkunde auf dem Stundenplan. Dieses Fach vermittelt angehenden Revierjägern das nötige Wissen, um Wildtiere anhand ihrer Spuren zu erkennen und zu verfolgen. Kenntnisse über Waldwirtschaft, Baumarten, Waldbau und die Wechselwirkungen zwischen Forstwirtschaft und Wildtiermanagement sind von Bedeutung. Revierjäger müssen verstehen, wie sie Waldgebiete nachhaltig nutzen und gleichzeitig als Lebensraum für Wildtiere erhalten können. Da Revierjäger häufig mit verschiedenen Interessengruppen zusammenarbeiten, ist Deutsch und Kommunikation von großer Bedeutung. Es vermittelt Fähigkeiten in der Kommunikation, im Konfliktmanagement und im diplomatischen Umgang mit unterschiedlichen Ansprüchen und Meinungen.
Betriebliche Ausbildung:
Der praktische Teil der Ausbildung beginnt häufig früh am Morgen. Angehende Revierjäger tauchen ein in die Welt der Wildbiologie und -ökologie, während sie die Spuren und Fährten wildlebender Tiere lesen und interpretieren lernen. Die Praxis umfasst nicht nur die Jagdtechniken selbst, sondern auch die intensive Betreuung und Pflege des Wildbestandes. Von der Bestandserfassung über das Monitoring bis zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Lebensraums ist jeder Schritt von großer Bedeutung für die Erhaltung der Biodiversität. In dieser Ausbildung wird jeder Tag zur Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur zu wahren. Betriebliche Aufgaben spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Azubis lernen, wie sie Jagdveranstaltungen planen und organisieren, von der Koordination der Jagdgesellschaften bis hin zur Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Sie verfeinern ihre Kommunikationsfähigkeiten, um mit Landbesitzern, Naturschutzbehörden und anderen Interessengruppen effektiv zu interagieren und gemeinsame Ziele zu verfolgen. Die Ausbildung zum Revierjäger bietet jedoch mehr als nur technische Fähigkeiten. Sie fördert auch persönliche Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein. Azubis lernen, Entscheidungen unter Druck zu treffen und in herausfordernden Situationen zu handeln, sei es bei der Ersten Hilfe im Revier oder bei der Lösung von Konflikten zwischen verschiedenen Nutzern des Jagdreviers. Schließlich spielt die Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Rolle. Angehende Revierjäger werden zu Botschaftern des Naturschutzes, die ihr Wissen und ihre Leidenschaft für die Erhaltung der Natur an die Öffentlichkeit weitergeben. Sie engagieren sich in Umweltbildungsprojekten und tragen dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung eines ausgewogenen und nachhaltigen Umgangs mit unseren natürlichen Ressourcen zu stärken.
Ablauf der Ausbildung
Während der Ausbildung zum Revierjäger stehen verschiedene Prüfungen an, die entscheidend für den erfolgreichen Abschluss sind und die Qualifikation als Revierjäger bestätigen. Diese Prüfungen umfassen sowohl theoretische als auch praktische Elemente. Zu den theoretischen Prüfungen gehören Tests zu Wildbiologie, Jagdrecht, Waffenkunde und Naturschutzgesetzen. Hier ist es wichtig, ein fundiertes Verständnis für die rechtlichen Rahmenbedingungen und die ökologischen Zusammenhänge zu zeigen. Praktische Prüfungen beinhalten unter anderem das Demonstrieren von Jagdtechniken, die Identifikation von Wildarten und die Durchführung von Pflegearbeiten im Revier. Diese Prüfungen sind entscheidend, um sicherzustellen, dass angehende Revierjäger die notwendigen Fähigkeiten besitzen, um verantwortungsvoll und effektiv im Naturschutz und bei der nachhaltigen Nutzung von Wildbeständen zu arbeiten. Sie bieten auch eine Gelegenheit, das erworbene Wissen unter realen Bedingungen anzuwenden und die praktische Erfahrung zu vertiefen, die für den Beruf erforderlich ist.
Wusstest du schon, dass ...
… sich Revierjäger neben der Jagd oft um eine Vielzahl anderer Aufgaben wie Wildbestandsmanagement, Schädlingsbekämpfung und Pflege der natürlichen Lebensräume, kümmern?
… einige Revierjäger mit speziell ausgebildeten Jagdhunden zusammenarbeiten, die ihnen bei der Suche und Verfolgung von Wildtieren helfen? Diese Hunde sind oft treue Begleiter und werden auch für andere Aufgaben wie die Suche nach verletztem Wild eingesetzt.
… die Jagd als die älteste Tätigkeit der Menschheit gilt?
Deine Zukunftschancen nach der Ausbildung:
Als ausgebildeter Revierjäger bist du nicht nur für die Jagd zuständig, sondern auch für die nachhaltige Bewirtschaftung und den Schutz von Wildbeständen sowie die Pflege und Erhaltung natürlicher Lebensräume. Diese vielseitigen Aufgaben bieten eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Karriere in verschiedenen Bereichen. Eine Möglichkeit ist die Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete innerhalb des Naturschutzes. Du könntest dich zum Beispiel weiterbilden und eine Expertise in der Wildtierbiologie oder im Umweltmanagement entwickeln. Dies würde dir ermöglichen, in Naturschutzorganisationen, Umweltbehörden oder Forschungsinstitutionen tätig zu werden, wo du an Projekten zum Schutz bedrohter Arten oder zur Renaturierung von Lebensräumen arbeiten könntest. Eine weitere Option ist die Übernahme von Leitungsfunktionen innerhalb eines Jagdreviers oder einer Jagdgesellschaft. Als Revierleiter könntest du für die Organisation und Durchführung von Jagdveranstaltungen verantwortlich sein und gleichzeitig die nachhaltige Nutzung der Wildbestände sicherstellen. Diese Rolle erfordert neben Jagdkenntnissen auch gute Management- und Führungsfähigkeiten. Für diejenigen mit einem Unternehmergeist bietet sich die Möglichkeit, ein eigenes Jagd- oder Naturtourismusunternehmen zu gründen. Dies könnte beispielsweise geführte Jagdausflüge für Touristen oder spezialisierte Wildbeobachtungstouren umfassen. Mit einer soliden Ausbildung und Erfahrung als Revierjäger kannst du die Nachfrage nach nachhaltigen und naturbezogenen Erlebnissen bedienen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, sich als Ausbilder oder Dozent für angehende Revierjäger zu engagieren. Dein fundiertes Wissen und deine praktischen Erfahrungen könnten angehende Jäger und Naturschützer inspirieren und ihnen die notwendigen Fähigkeiten vermitteln, um verantwortungsbewusst und effektiv in diesem Berufsfeld zu arbeiten.
Dein voraussichtliches Gehalt als Revierjäger (m/w/d)?:
Das jährliche Durchschhnittsgehalt eines Revierjäger liegt bei etwa 30.000 €.
Welche Fähigkeiten und Voraussetzungen sind in diesem Beruf besonders wichtig?
Als Revierjäger sind bestimmte Talente und Fähigkeiten besonders hilfreich, um die vielfältigen Anforderungen des Jobs effektiv zu erfüllen. Ein ausgeprägtes Verständnis für die Natur und die örtliche Tierwelt ist von entscheidender Bedeutung. Dazu gehört nicht nur das Erkennen verschiedener Tierarten, sondern auch das Verständnis ihrer Verhaltensweisen und Lebensräume. Eine gute körperliche Verfassung ist ebenfalls unerlässlich, da der Beruf oft körperlich anspruchsvoll ist. Lange Stunden im Freien zu verbringen und sich auf unebenem Gelände zu bewegen, erfordert Ausdauer und körperliche Fitness. Weitere wichtige Talente für einen Revierjäger sind ein scharfes Auge und Geschicklichkeit im Umgang mit Jagdwaffen. Präzision und Verantwortungsbewusstsein sind entscheidend, sowohl beim Schießen als auch beim Entscheiden, wann und wie Tiere gejagt werden dürfen, unter Berücksichtigung von Jagdgesetzen und ethischen Grundsätzen. Zusätzlich ist es von Vorteil, gute Kenntnisse in der Wildtierpflege und im Naturschutz zu haben. Revierjäger sind oft auch für die Überwachung und Pflege von Wildbeständen zuständig, daher sind organisatorische Fähigkeiten und die Fähigkeit zur Dokumentation und Berichterstattung wichtig. Nicht zuletzt erfordert der Job als Revierjäger auch soziale Fähigkeiten, besonders im Umgang mit Landbesitzern, Jagdgesellschaften und anderen Interessengruppen. Diplomatisches Geschick und Kommunikationsfähigkeiten sind daher ebenfalls von großem Nutzen.